Freitag, 15. Dezember 2017

Die Geschichte von der unentspannten Überbeschäftigung...

Liebe Kunden,

 
während man früher bei jedem Schritt unserer Haushunde darüber nachgedacht hat, was denn ein Wolf nun wohl tun würde, ist man in den letzten Jahren dazu über gegangen verwilderte Hunderudel zu studieren und die dort gemachten Beobachtungen in die Erziehung unserer Hunde mit einfliessen zu lassen.

 

Eines wurde bei diesen Beobachtungen nochmals belegt, Hunde sollten im Schnitt zwischen 18-20 Stunden am Tag ruhen.

Ruhen heisst schlafen, dösen, liegen, entspannen oder meinetwegen auf Neudeutsch chillen und nichts tun.  Das hat also nicht zwingend etwas mit Tiefschlaf zu tun - es geht mehr darum, in dieser Zeit nicht gezielt einer Beschfätigung nachzugehen.

 

Nun rechnen wir das mal durch:
Beispiel A:

Familie A hat 2 schulpflichtige Kinder.

0-7 Uhr Schlaf (7 Stunden)

7.-8 Uhr Kinder stehen auf, gehen in die Schule, Hund ist wach, wird geknuddelt und darf dann mit die Kinder zur Schule bringen
8-9 Uhr Spaziergang mit Hund

9-12 Hausarbeit + kochen, der Hund legt sich in sein Körbchen und döst (3 Stunden)

13-15 Uhr Kinder abholen von der Schule, Mittagessen, Hausaufgaben, der Hund ist immer mit dabei 

15-16 Uhr Spaziergang mit den Kindern, volle Aktion

16-18 Uhr Freizeit, Kinderbesuch im Haus etc Hund ist meistens wach

18-20 Uhr Familienzeit, Abendessen, Mann A kommt nach Hause und spielt mit dem Hund, 

20-21 Uhr Kinder und Hund drehen noch mal auf bevor sie ins Bett gehen

21 Uhr letzte Pipi Runde 

22-24 Uhr Schlafenszeit (2 Stunden)

 

Ein ganz normaler Ablauf einer Familie mit Kindern und Hund - in der Summe haben wir 2-3 Stunden Beschäftigung mit dem Hund und 12-14 Stunden (je nach Tagesablauf) Schlaf. 

Neben dem o.g. Schlafpensum zeigen Studien im übrigen auch, dass Hunde sich im Schnitt weniger als 1 Stunde pro Tag wirklich auspowern, wenn sie frei entscheiden können. 

Dazu kommt, dass viele Hundehalter ein regelrecht schlechtes Gewissen haben, wenn sie auf Grund von Arbeit/Familie "zu wenig" Zeit für ihren Hund haben. Abends noch eine Runde Ballspielen im Garten, ein paar Übungen machen oder 1-3x die Woche zu einem Beschäftigungskurs mit dem Hund gehen sollen Abhilfe schaffen. Außerdem möchte natürlich jeder in der Familie etwas vom Hund. Die "Erziehungsberechtigten" wollen Zeit in der Natur verbringen und Mal raus kommen, die Kinder wollen mit dem Hund kuscheln und toben und wenn die Oma oder andere Kinder zu Besuch kommt, dann wird der Hund auch schnell zum Mittelpunkt des Geschehens. 

 

Doch was ist das Resultat?
Nun, überlegt mal, was wäre denn das Resultat, wenn ihr einige Wochen immer nur 5 Stunden pro Nacht schlafen würdet und tagsüber volle Leistung bringen müsstet? Also ich kann euch sagen was bei mir passiert: Mein Hirn arbeitet nur so halb, das Kurzzeitgedächtnis nimmt sich mal kurz eine Auszeit, irgendwie ist alles was man macht viel stressiger und überhaupt kann ich einfach weniger ab, dass widerum baden dann meist meine Mitmenschen aus. 

 

Und nun weg von mir uns zurück zum Thema Hund:
Ein Hund der permanent (und ich spreche hier ausdrücklich nicht von einem Urlaub, einer stressigen Phase oder Ähnlichem) überbespaßt wird und sich gleichzeitig nicht richtig erholen kann, wird dies zwangsläufig in seinem Verhalten zum Ausdruck bringen. 
Vor allem leidet die s.g. Impulskontolle (meine Kunden kennen das Wort ;) ) - die Kontrolle darüber, einen Impuls zu kontrollieren. Zum Beispiel den Impuls an Menschen hochzuspringen, einem Kaninchen nachzujagen, den Ball zu zerstören, sich in der sozialen Interaktion weniger freundlich zu verhalten und so weiter und so fort. 
Die Ausprägung und Problemfelder sind dabei durchaus variabel und von Hund zu Hund unterschiedlich. Es gibt auch Hunde, die sich einfach mehr zurück ziehen oder beim Training völlig unkonzentriert sind. 

 

Wie können wir das verhindern?

1. Mehr Ruhe
Schafft zunächst ein mal Ruhezeiten und Ruhezonen für euren Hund. In Haushalten mit viel Trubel ist eine große (offene) Box, ein Körbchen was etwas geschützt steht oder ein (offener) Raum eine gute Rückzugsmöglichkeit. Diese Zone ist Tabu für kleine Zweibeiner und auch große, versuchen den Hund dort möglichst nicht zu stören. Diese Ruhezone sollte natürlich zuerst aufgebaut werden...


Wo im Tagesablauf kann ich meinem Hund noch Ruhezeiten schaffen? Beleuchtet das kritisch. Auch in Haushalten in denen die Hunde viel allein sind, heisst es nicht, dass der Hund genügend Ruhe hat - viele Hunde nutzen die Abwesenheit des Besitzers nämlich für alles, nur nicht für Ruhe...

 

2. Angepasste Beschäftigung

Spaziergang ist nicht gleich Spaziergang. 

Haltet eure Trainingszeiten kurz, dafür effektiv und konsequent, gebt euren Hunden Zeit zu schlendern und zu schnüffeln, es kommt nicht darauf an, dass ihr Strecke macht sondern es geht darum, die Bedrüfnisse eures Hundes zu erfüllen.

Baut immer mal wieder schöne - bevorzugt ruhige - Spiele ein. Sprinkels, Leckerlies suchen und gemeinsames Erleben sollten das Ziel sein und nicht auspowern auf Teufel komm raus. 

Ballspielen baut hauptsächlich Energie auf und lernt dem Hund, dass es super ist unreflektiert beweglichen Gegenständen hinterher zu rennen. Joggen und Radfahren macht zwar Müde, baut aber auch Kondition auf (und die baut der Hund meist schneller auf als der Mensch). Beide Dinge eignen sich daher nicht für eine regelmässige Beschäftigung (außer ich trainiere eh immer und nehme meinen Hund dann einfach mit). 

Lasst euer Handy Handy sein und konzentriert euch auf euren Hund und das Miteinander. Erkundet die Wälder, Beobachtet zusammen - ihr wollt doch miteinander laufen und nicht nebeneinander.

Wenn ihr oder euer Hund Stress habt, dann erspart euch die Strecke auf der ihr garantiert dem Erzfeind über den Weg lauft, macht euch eine schöne Zeit.

Lastet ihr euren Hund noch mit Hundesport aus? Dann beleuchtet kritisch, was davon ihr möchtet und was euer Hund. Manche Sportarten bauen bei manchen Hunden mehr Stress auf als sie abbauen. Vielleicht kann man auch  eine Alternative die die Bedürfnisse des Hundes besser bedient? 

 

Abschließend kann man sagen: Alles kann, nichts Muss.
Beleuchtet den Alltag eurer Hunde, wenn ihr Baustellen im Verhalten seht, denn es kann sein, dass Umstrukturierungen im Alltag euch helfen, die Baustellen zu minimieren.

Natürlich unterstützen wir euch gerne beim Beleuchten und Minimieren :) 

 

 

 

 

 

Noch Fragen? Rufen Sie uns an!   Telefon: 0171 488 75 28

Franziskus Hundeland
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