Samstag, 12. März 2016

Sitz, Platz, Fuß - das kann der Welpe von Anfang an - oder auch nicht.

Liebe Kunden,

heute schreibe ich euch mal wieder etwas in meinem Blog. 
Ich habe kürzlich etwas beobachtet, was mich zum nachdenken gebracht hat. Da mir das Thema Umgang mit Welpen sehr am Herzen liegt, möchte ich euch hier von meinem Erlebnis berichten. 

Es mag euch überraschen, aber auch ich als Hundetrainerin gehe manchmal - einfach so, inkognito und ohne Trainingsabsichten - mit meinen Vierbeinern spazieren. So auch vor wenigen Tagen. Gerüstet mit Schleppleine und Leckerlis in der Tasche machte ich mich bei strahlendem Sonnenschein und mit guter Laune auf den Weg ins Gassigeh-Gebiet. Nach wenigen Metern traf ich auf eine Dame, die mir mit ihrem, etwa 12 Wochen alten Welpen (mit Halsband+Flexileine), entgegen kam. Mein Hund war gerade sehr damit beschäftigt, jeden Grashalm einzeln zu sondieren, also stand ich etwas näher zu ihm, nahm in kürzer und ging langsam weiter. 

Die Dame scheute mich kaum an, wendet abrupt und ging in die andere Richtung (der Welpe fiel dabei hinter ihr her, weil die Wendung so plötzlich und ohne Vorankündigugn kam, dass er über seine eigenen Füße gestolpert war).
Gut, dachte ich, sie hat wohl Angst vor meinem "großen bösen Wolf" an der Schleppleine.
Falsch gedacht - Zack - nächste Wendung, Flexi Leine zu Ende, Welpe fällt wieder in die andere Richtung. 
Ok - was tut die Frau da?
Nächste Wendung - gleiches Schauspiel. 
Das Ganze hat die Dame gute 10x innerhalb von 3 Minuten wiederholt. 
Der Welpe war dabei sichtlich irritiert, überfordert und hatte nicht den Hauch einer Ahnung, was gerade mit ihm passiert.

Wohl gemerkt, dieser Welpe war gerade in der Welpenstunde. Er hatte also bereits 60 Minuten Übungen, Spielen mit anderen Welpen, fremde Umgebung, Autofahrt und so weiter hinter sich.

Doch damit nicht genug. Die Dame zauberte nun eine andere Leine hervor und ich dachte mir, puh gut, dann hat der Kleine es ja jetzt überstanden. Wieder falsch gedacht. Nach mehreren barschen SITZ -  BLEIB Ausrufen und einem Welpen, der beim besten Willen einfach nicht mehr folgen konnte, wurde der Hund dann entsprechend ins Sitz gedrückt und fixiert. Was genau der Sinn der Übung war? Ich habe keinen blassen Schimmer - der Welpe hatte den im Übrigen auch nicht und versuchte natürlich wieder aufzustehen.
SITZ! -Leinenruck-
BLEIB JETZT! 
ICH HAB DIR DOCH GESAGT DU SOLLST SITZEN BLEIBEN!
(Die Leine hatte sie nun wieder weggepackt...)
Und weiter ging es mit Richtungwechseln...

Wie es weiterging kann ich euch leider (oder Gott sei Dank) nicht sagen - denn dann kamen so viele Hunde, dass ich mit meinem Hund weiter gehen musste und ich habe das Gespann aus den Augen verloren.

Aber aus dem Kopf sind sie mir bis jetzt nicht gegangen. 
Ich frage mich, was einen Hundehalter dazu bringt, mit seinem Welpen so umzuspringen?
Der Kleine kann ja erst seit wenigen Wochen bei seiner neuen Familie sein.
Gibt es Leute, die denen ihre Welpen schon nach so kurzer Zeit verleidet sind?
Oder dachte diese Frau, dass Welpen nach 4 Wochen schon "fertig" sein müssten und "funktionieren" sollten?

Fakt ist: 
Wer sich einen Welpen zulegt, der nimmt ein Baby bei sich auf, das erst langsam und schrittweise lernen muss, wie das Leben funktioniert. Ein Hund ist keine Maschine, sondern hat seinen eigenen Willen und seinen eigenen Charakter. Wir sind vom 1. Tag an die neuen Eltern des Welpen und wir sind es ihm schuldig, dass wir ihn nicht einfach grundlos und planlos bestraften sondern ihn mit viel Liebe und Gelduld erziehen. 

Dafür ist es unumgänglich etwas über unseren Hund zu lernen.
Wann hat mein Welpe Stress?
Wie viel Training ist richtig?
Wie lange kann sich mein Hund konzentrieren?
Wie gehe ich mit meinem Welpen um?
Diese Auflistung könnte ich noch lange weiterführen.


Nur wer ahnunglos im Dunkeln stochert, muss seinen Hund mit solchen willkürlichen Maßnahmen (wie oben beschrieben) traktieren. 

Ein sachkundiger Hundehalter, kann seinem Welpen gerecht werden und ihn ohne grenzenlose Überforderung erziehen. Das Ergebnis ist ein ausgeglichener und sozial kompatibler Hund. 

Und genau deswegen legen wir so viel Wert, auf die Schulung unserer Hundehalter!
Wir legen Wer auf einen positiven Umgang mit dem Hund, wir legen unseren Fokus auf das gute Verhalten des Hundes und bestärken dieses. Durch diesen positiven Umgang, wird die Mensch-Hund Beziehung  gefestigt und statt "verbissenem Training" stehen gemeinsame Aktivitäten und kleine Übungseinheiten ohne Druck auf dem Stundenplan.

Eine Win-Win Situation für Hund und Halter.

© 2016 Helga Fischer - Dieser Beitrag darf verlinkt und kopiert werden sofern er unverändert bleibt und eine Verlinkung auf diese Homepage hinzugefügt wird.


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