Mittwoch, 31. August 2016

Rassehunde Teil II - Wie finde ich einen seriösen Züchter? Was muss ich beachten?

Liebe Kunden,

jedes Jahr lerne ich unzählige Hunden kennen. Viele von ihnen begleite ich seit dem Welpenalter. 
Fast jeder Hundehalter macht sich viele Gedanken, bevor er sich einen Hund anschafft.
Welpe oder nicht? Rassehund oder Mischling? Züchter, Tierschutzhund oder doch lieber ein Hund von privat?

Heute möchte ich mich damit beschäftigen, wie man sich für für eine Hunderasse entscheiden sollte und wie man einen seriösen und verantwortungsvollen Züchter findet.

Gerade in einer Zeit, in der der Handel mit Billigwelpen boomt und das Thema vererbte Krankheiten so präsent ist wie noch nie, ist es von großer Wichtigkeit, genau hinzuschauen.

Da ich selbst kein Züchter bin, möchte ich das Wort an dieser Stelle den Profis überlassen. Ich habe zu diesem Zweck Kontakt zu befreundeten Züchtern aufgenommen. Jeder von ihnen züchtet "seine Rasse" seit vielen Jahren. Alle sind Profis die nicht auf Profit aus sind sondern mit viel Herz und Verstand züchten. Sie verschleudern ihre Hunde nicht, sondern vermitteln sie. 

Dennoch hat jede von ihnen eigene Ideale und Vorstellungen. Ich habe allen die gleichen Fragen gestellt und werde euch in den kommenden Wochen und Monaten immer mal wieder eines dieser Interviews vorstellen.


Heute: Jessie Krafcyk, Rheinfelden
Jessie züchtet seit einigen Jahren hobbymässig Shelties. Doch das Wort Hobby soll hier nicht etwas "laienhaft" bedeuten. Jessie und ihre Familie legen großen Wert, auf gesunde und charakterlich tolle Hunde. Die Welpen wachsen liebevoll in der Familie auf. 

Wie oft kommen Leute mit falschen Vorstellungen über die Rasse zu euch? Was macht ihr mit solchen Interessenten?

Das ist eher selten, bzw. kann mich nicht wirklich an so eine Situation erinnern. Die meissten wollen diese Rasse oder haben noch eine zweite im Kopf. Sie Fragen uns aus ob die Rasse die wir züchten zu Ihnen passen könnte oder eventuell die andere die besser Wahl ist.

 

Was für Kriterien muss ein guter Züchter eurer Meinung nach erfüllen?

 Er sollte offen über seine Rasse sprechen können sowie Erbkrankheiten. Diese sollten nicht runter gespielt werden sondern offen angesprochen sein sollen. Ein Züchter sollte einem das Gefühl geben einen sicheren Ansprechpartner zu haben sowie jemanden, der einem nicht nur eine Ware verkauft sondern einem zeigen, dass es für ihn eine besondere Aufgabe ist Welpen groß zu ziehen nach besten Gewissen.

 

Gibt es Verbände, die als Gütesiegel verlässlich sind?

Nein. Es gibt den VDH/FCI, dieser ist enorm groß und man sagt, dass dieser sehr viele Regeln hat und da sehr kontrolliert wird. Wir züchten bewusst nicht unter diesem Verein/Verband. Wir haben uns für einen nicht angeschlossenen FCI Verein entschieden, da uns das Vereinsleben dort angenehmer ist und wir uns einfach wohler fühlen. Regeln haben wir die gleichen, es wird genauso kontrolliert und zum Teil gibt es mehr Untersuchungsbögen die für eine Zuchtzulassung nötig sind. Dieses Thema ist recht schwierig, da die VDH Leute gerne sich angegriffen fühlen, jedoch ist alles nur ein Papier.

 

Wie erkennt man „schwarze Schafe“ und „Wühltischwelpen“?

Als Laie ist ein schwarzes Schaf nicht gleich erkennbar. Jeder Züchter gibt’s sich perfekt bei dem einen Besuch. Jedoch kann man es erkennen wenn die Hunde ungepflegt erscheinen oder der Züchter auf Fragen wir Erkrankungen der Elterntiere etc etwas rauer die Antworten gibt oder das Thema wechseln möchte. 

Einen Wühltischwelpe, man sagt, dass sind die die aus dem Kofferraum verkauft werden. Es gibt die möglichkeit im EU-Heimtierpass zu erkennen aus welchem Land der Welpe stammt, bzw. welches Land diesen gedruckt hat. Wenn man sich einen Welpen an einem Kofferraum kauft, oder in ein Haus geladen wird wo keine Elterntiere sind oder viele Rassewelpen, dann sollte man sich den EU-Pass zeigen lassen und sich zuvor die Länderzahlen anschauen.

Ich biete Freunden/Bekannten an mit zu einem Züchterbesuch zu gehen, da ich als neutrale Person die Zuchtstätte anders sehe, ich sehe zwar süße Welpen aber auch andere Details die man als nicht Züchter nicht gleich sieht. Zudem stelle ich andere Fragen als normale Hundekäufer ;)

 

Was für Massnahmen ergreift ihr, damit eure Hunde eben keine überzüchteten und kranken Tiere auf die Welt bringen?

Alles was uns möglich ist in Sachen Erbkrankheiten wird untersucht. Das heißt ich kann einige Dinge ausschließen oder den passenden Partner für der Wurf suchen. D.h. Für uns, Genetik lernen und wie vererbt sich was. Wir haben je Hündin max. 1 Wurf im Jahr, so haben die Damen zeit ihren Körper auszukurieren, je nachdem wir die Damen sind haben sie auch mal 2 Jahre pause. Wir wollen keine Massen züchten, weil genau das beutet die Damen aus und das ist nicht Sinn der Sache. Wir wollen die Rasse nicht kaputt machen. Auch die Ahnenforschung gehört dazu, dass heißt für mich manchmal Nächtelang die Vorfahren raus suchen und hoffen man bekommt so viel wie möglich raus, denn so kann ich einiges mehr sehen ob der Wurf gelingt oder es in dem Sinne Mist ist was ich da plane. Das wiederum heißt für uns, viele Monate vor dem Wurf den Kopf einsetzen damit nichts übersehen wird.

 

Was sagt ihr zu Leuten, die finden, dass eure Welpen zu teuer sind?

Ich lächle meist nett. Die Welpen haben ihren Preis, da gibt es nicht drüber zu diskutieren (nicht runter zu handeln). Ich erkläre dann, dass die Elterntiere Gesund sind sowie Gentechnisch untersucht sind. Sowie die Welpenaufzucht den Preis aus macht, wir geben uns nicht  ein wenig Mühe sondern die 8-10 Wochen sind eine intensive Arbeit, weil wenn da etwas nicht stimmt, kann ein Welpe für sein Leben geschädigt sein. Und das sehen viele leider nicht.  Und wenn ihnen der Preis immer noch zu Hoch ist, biete ich Ihnen an Tierheime in der Umgebung zu nennen. Da warten auch Hunde auf ein zu Hause. Daher wir sehen das nicht eng sondern wir verkaufen auch nicht jedem einen Hund nur damit er verkauft wird.

 

Betreut ihr die Kunden auch nach der Vermittlung?

 JA! Das ist uns sehr wichtig, unsere Welpenleute wissen, wir sind für sie 24h erreichbar. Dies wird auch genutzt, manchmal bekommen wir Nachts einen Anruf, und wir helfen so gut es geht. Auch freuen wir uns wenn wir ab und an eine Mail mit Fotos oder paar Sätzen bekommen. Oder mit machen treffen wir uns 1-2x im Jahr für einen Gassigang. Das ist immer besonders schön, unsere Kinder wieder zu sehen und zu hören wie sie sich entwickelt haben.

 

Hattet ihr schon mal Hunde, die aus der Vermittlung wieder zurück gekommen sind? Wie reagiert ihr auf so etwas?

Wir hatten bisher nur einen Fall. Da war der Welpe gerade mal 14 Tage im neuen zu Hause und es gab angebliche Probleme. Wir haben ihn dann persönlich abgeholt und angeschaut ob der Welpe ein Problem hat oder was wirklich los ist. Der Welpe war ganz normal ohne Auffälligkeiten, dieser Welpe hat dann nach 2 weiteren Wochen sein neues Hause bezogen. Die Familie ist mehr als Glücklich, dass er nun da ist und konnten von Anfang an keine Probleme fest gestellt haben. Es gab auch schon Anrufe, wo die Leute verzweifelt waren und kurz davor standen uns den Hund zurück zu bringen, wir versuchen dann, den Leuten zu helfen damit der Hund nicht gehen muss. Bisher war es so, dass alles sich zum Guten gewendet hat und es nur eine Tieflage im Leben war wo ein Hund stark an den Nerven zieht und man einfach eine starke Schulter braucht die einen hält.

 

Was möchtet ihr potenziellen Rassewelpen-Käufer gerne noch auf den Weg geben?

 Viel in die Rasse einlesen, Fragen aufschreiben, mehrere Züchter besuchen wenn noch keine Welpen da sind um wirklich mehr sehen zu können. Wenn man jemanden mitnehmen kann aus dem Freudnes/Familienkreis, den mitnehmen, damit eine neutrale Person auch schauen kann ob alles in Ordnung ist. Und Augen auf, nicht einfach den ersten Welpen nehmen sondern gut mit dem Züchter sprechen ob es genau dieser eine ist, der passt.

 

 © 2016 Helga Fischer - Dieser Beitrag darf verlinkt und kopiert werden sofern er unverändert bleibt und eine Verlinkung auf diese Homepage hinzugefügt wird.

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